Betriebsschließungsversicherung

Für Gastronomiebetriebe, für Unternehmen, die Lebensmittel herstellen oder verkaufen oder auch für Gesundheitseinrichtungen wie Krankenhäuser oder Altersheime, kann durch eine behördlich verhängte Betriebs­schließung schnell das wirtschaftliche Aus drohen. Sind z. B. Lebensmittel mit Salmonellen verseucht oder wird bei einem anderen Mitarbeiter eine nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtige Krankheit festgestellt, hat das dramatische Folgen für deinen Betrieb. In diesen Fällen kann die zuständige Behörde nach dem IfSG beispielsweise folgende Maßnahmen anordnen: Schließung des Betriebes, Desinfektion der Betriebsräume, Vernichtung desinfizierter Waren und Vorräte sowie Tätigkeitsverbote für beschäftigte Mitarbeiter.

Die Betriebsschließungsversicherung deckt den entgangenen Betriebsgewinn und die entstandene Kosten sowie Sachschäden ab, die dir durch die behördlicherseits zu ergreifenden Maßnahmen entstehen.

Wer benötigt eine Betriebsschließungsversicherung?

Vor allem dort, wo Lebensmittel produziert, weiterverarbeitet, veredelt, verpackt und verteilt werden oder mit ihnen gehandelt wird, besteht das erhöhte Risiko, dass – trotz Einhaltung der Hygienevorschriften – Keime oder Krankheitserreger auftreten und verbreitet werden. Somit ist die Betriebsschließungsversicherung für Gastronomiebetriebe sowie für den Gastronomiebetriebe praktisch unverzichtbar. Gleiches gilt aber auch für Betriebe, in denen sich Krankheiten z.B. durch Pflegepersonal schnell verbreiten können, beispielsweise Altersheime, Pflegeheime oder Krankenhäuser.
Oft genügt schon der reine Verdacht einer ansteckenden Infektion oder eines Krankheitserregers, um eine vollständige Betriebsschließung zu veranlassen.  

  • Gastronomiebetriebe
  • Gastronomiebetriebe
  • Altersheime
  • Pflegeheime
  • Krankenhäuser

 

Was leistet eine Betriebsschließungsversicherung?

Die Betriebsschließungsversicherung eines Betriebs ersetzt Schäden, die Aufgrund einer angeordneten Betriebsschließung entstehen. Dazu zählen in erster Linie die Vermögensschäden, wenn ein Betrieb beispielsweise keinen Umsatz generieren kann, aber die Mitarbeiter sowie die Räumlichkeiten weiterhin bezahlt werden müssen. Aber auch Sachschäden wie Waren, die verderben und ersetzt werden müssen werden von der Versicherung übernommen.

 

Was ist in der Betriebsschließungsversicherung versichert?

  • Finanzieller Ausgleich
    für den Schließungsschaden (z.B. entgangener Betriebsgewinn, Miete/Pacht). Zahlung der vereinbarten Tagesentschädigung für jeden Tag der behördlich angeordneten Betriebsschließung.
  • Lohn- und Gehaltsaufwendungen
    infolge eines Tätigkeitsverbotes gegen Mitarbeiter oder Inhaber. Zahlung der Bruttolohn-/Bruttogehaltsaufwendungen für die Personen, für die ein Tätigkeitsverbot gilt.
    Bei einem Tätigkeitsverbot gegen den Betriebsinhaber oder seinen im Betrieb mitarbeitenden Ehegatten werden die Bruttolohn-/Bruttogehaltsaufwendungen für eine für den Betroffenen neu eingestellte Ersatzkraft gezahlt. Dies gilt entsprechend für Lebenspartnerschaften und eheähnliche Lebensgemeinschaften.
  • Ersatz des Waren- und Vorräteschadens
    sowie Kostenersatz für die Brauchbarmachung oder Vernichtung von Waren und Vorräten. Versicherungswert von Vorräten und Waren ist der Betrag, der aufzuwenden ist, um Sachen gleicher Art und Güte wiederzubeschaffen oder sie neu herzustellen, höchstens der erzielbare Verkaufspreis.
  • Kosten für die Desinfektion
    der Betriebsräume und -einrichtungen, Waren und Vorräte.
  • Kosten für Ermittlungs- und Beobachtungsmaßnahmen
    gemäß Infektionsschutzgesetz
  • Krisenkommunikation und PR-Maßnahmen 
    zum Erhalt oder zur Wiederherstellung der öffentlichen Reputation. Hierzu zählen auch Kosten eines Krisenmanagement- oder PR-Beraters.

Was neben der Betriebsschließungsversicherung noch interessant sein könnte

 

Welche Schäden sind versichert?

Hier siehst du Schadensbeispiele, die mit der Betriebsschließungsversicherung versichert sind.

  • Lebensmittelvergiftungen Gäste einer Geburtstagsgesellschaft im versicherten Restaurant erkrankten nach Einnahme des Essens. Bei einigen Erkrankten wurden Salmonellen (salmonella enteritidis) nachgewiesen. Das Gesundheitsamt und das Amt für Lebensmittelüberwachung überprüften wenige Tage nach der Geburtstagsfeier den Betrieb, nahmen Lebensmittel- und Stuhlproben von Mitarbeitern. Aufgrund der Betriebsüberprüfung ordnete das Amt für Lebensmittelüberwachung die sofortige Schließung des Betriebes wegen des dringenden Verdachtes auf Lebensmittelvergiftungen und akute Gesundheitsgefahr an.
    Diese behördliche Prüfung ergab auch, dass Mitarbeiter des Versicherungsnehmers Träger von Salmonellen waren. Bis zur erneuten Abnahme und Freigabe des Betriebes im Rahmen der behördlichen Nachkontrolle blieb der Betrieb sechs Tage geschlossen.
    Kosten für entgangene Einnahmen nach 2 Wochen Schließung: 23.500€
    Kosten für Mitarbeiter und Miete: 6.000€
    Gesamtkosten: 28.500€
  • Viren im Seniorenheim
    Mehrere Bewohner eines Alten- und Seniorenheimes erkranken an Brechdurchfall, wobei bei einem Bewohner der Norwalkvirus festgestellt wird. Nachdem der Betreiber diese Erkrankung ordnungsgemäß beim Gesundheitsamt gemeldet hat, ergehen entsprechende gesundheitsbehördliche Anordnungen gegenüber dem Betreiber. Unter anderem wurde ein Tätigkeitsverbot für das erkrankte Personal verhängt und strenge Hygienemaßnahmen, wie das Tragen von Schutzkleidung und Mundschutz angeordnet.
    zusätzliche Kosten für Ersatzpersonal: 10.000€
    Kosten für Schutzkleidung: 3.000€
    Gesamtkosten: 13.000€

Welche Schäden sind in der Betriebsschließungsversicherung nicht versichert?

  • Schäden die durch Naturereignisse, durch Grundwasser oder Ableitung von Betriebswässern entstehen
  • Schäden an Schlachttieren, die nach Beschauung für nicht tauglich erklärt und die nach Einfuhr von der Fleischbeschauung für untauglich erklärt wurden
  • Schäden an Waren die bereits bei Lieferung an den Betrieb verseucht waren, Hilfe bekommen Sie hier nur durch eine Rechtsschutzversicherung
  • Schäden für die der Versicherungsnehmer Anspruch auf Entschädigung des Staates hat

 

Wo ist Versicherungsschutz gewährleistet?

Der Versicherungsschutz gilt generell für den festgelegten Versicherungsort und der festgelegten Tätitkeit.

Was ist wichtig bei einer Betriebsschließungsversicherung?

Achte auf die korrekte Tätigkeitsbeschreibung

Achte bei der Tätigkeitsbeschreibung auf die korrekte Angabe aller Tätigkeiten deines Unternehmens. Eine falsche oder fehlende Angabe kann deinen Versicherungsschutz gefährden. Suche im Vergleich immer mit der Haupttätigkeit und gib bei Antragstellung unbedingt weitere Tätigkeiten korrekt an. Nur so kann geprüft werden, ob ggf. eine abweichende Risikoeinschätzung notwendig ist.


Wähle ausreichend hohe Deckungssummen

Wähle unbedingt eine ausreichend hohe Deckungssumme.


Leistungen im Detail berücksichtigen

Bitte beachte die Leistungen im Detail. Achte hierbei besonders darauf, ob der Neuwert oder der Zeitwert entschädigt wird. Du kannst vom Profi einen Deckungsvergleich erhalten, der meist ausführlicher ist, als ihn übliche Vergleichsportale bieten. Wir bieten dir zudem persönliche Beratung und einen 360° Blick auf dein Unternehmen.


Laufzeit

Bitte achte auf die Laufzeit in den Verträgen. Vielfach werden Rabatte Angeboten bei mehrjährigen Verträgen. Gleichzeitig bist du dadurch allerdings auch weniger flexibel.

Wie viel kostet eine Betriebsschließungsversicherung? 

Eine Betriebsschließungsversicherung gibt es ab 600 EUR pro Jahr. Nach oben hin sind jedoch kaum Grenzen gesetzt. Dies ist von mehreren Faktoren abhängig. Generell gilt: Je höher das Risiko, desto höher der Beitrag.

Wovon ist der Beitrag abhängig?

  • Betriebsart (Tätigkeitsbeschreibung)
  • erweiterte Tätigkeiten (z.B. Gastronom / lebenesmittelverarbeitender Betrieb)
  • Versicherungssummen
  • Selbstbeteiligung
  • Unternehmensgröße
  • Leistungsumfang, ggf. Zusatzbausteine
  • Rabatte (Mitglied in einer Vereinigung, Meister)
  • Laufzeit

Beitrag wird laufend an Unternehmen angepasst

Die Berechnung der Beitragssumme beruht auf den Faktoren der Unternehmensgröße. Da diese sich laufend verändern kann, erfolgt eine jährliche Anpassung. Sie erhalten einmal im Jahr den sog. Jahresmeldebogen und können hier die aktuellen Zahlen an den Versicherer melden. Der Beitrag wird dann auf die neuen Summen angepasst. Ein Wachstum im Unternehmen ist also kein Problem und durch den Tarif mit abgedeckt.

Häufige Fragen zur Betriebsschließungsversicherung

  • Wie ist die Zahlweise einer Betriebsschließungsversicherung? (jährlich oder monatlich)
    Die Zahlweise wird, wie in der Sachversicherung üblich, jährlich kalkuliert. Von daher empfehlen wir auch immer den Vergleich mit jährlicher Zahlungsweise vorzunehmen. Es sind aber auch abweichende Zahlweisen möglich.  Bitte beachten Sie, dass bei abweichender Zahlweise Zuschläge fällig sind. Auch bietet nicht jeder Versicherer unterjährige Zahlweise an. Von daher würden Sie mit einer Vorauswahl auch die Tarife einschränken. Wichtig ist auch, dass manche Versicherer einen Mindestzahlung beinhalten. (Beispiel: Der Versicherer benötigt mindestens 25 EUR pro Buchung, dann ist bei einem Beitrag von 90 EUR keine monatliche und vierteljährliche Zahlung möglich.
    Üblich sind folgende Zahlungsweisen:

    • jährlich
    • halbjährlich (3-5% Zuschlag)
    • vierteljährlich (5-8% Zuschlag)
    • monatlich (5-15% Zuschlag)
  • Welche Laufzeit soll ich wählen?
    Die übliche Laufzeit beträgt ein Jahr. Manchmal kann aber auch ein 3-Jahresvertrag gewählt werden. Bei längerer Laufzeit sind manchmal Rabatte von 5-10% enthalten. Allerdings binden Sie sich dann auch an einen Anbieter und sind weniger flexibel. Manchmal ist auch ein unterschiedlicher Ablauf möglich.
    Wir empfehlen daher in der Regel lieber die Laufzeit von 1 Jahr zu wählen.
  • Was ist eine abweichende Hauptfälligkeit?
    Bei der Laufzeit kannst du auch eine abweichende Hauptfälligkeit wählen. Du beginnst beispielsweise den Vertrag zum 15.10. eines Jahres. Die Hauptfälligkeit soll aber zum 01.01. sein. Dann beginnt der Vertrag zwar bereits zum 15.10., aber wird erst ab 01.01. für ein Jahr voll gezählt. Das Kündigungsdatum beträgt dann 31.12. des Folgejahres.
    Der Beginn wäre in diesem Fall der 15.10. und der Ablauf der 31.12. des Folgejahres.
  • Wo steht der Beginn und der Ablauf des Vertrags? 
    Den Beginn und den Ablauf eines Vertrages können Sie aus dem Versicherungsschein entnehmen. Hier ist diese meist auf der ersten Seite präsent.
  • Wann kann ich kündigen?
    Du kannst immer zum Ende des Ablaufs kündigen. Hierbei ist eine Frist von 3 Monaten zu beachten.
  • Wie ist die Kündigungsfrist? 
    Die Kündigungsfrist beträgt wie üblich 3 Monate zum Ablauf des Vertrages. Wenn der Vertrag zum 31.12. eines Jahres abläuft, müssen Sie die Kündigung bis zum 30.09. schriftlich an den Versicherer senden. Hierbei handelt es sich um eine ordentliche Kündigung. Dies ist der „Normalfall“.
  • Was ist eine außerordentliche Kündigung?
    Bei einer außerordentlichen Kündigung handelt es sich um einen Sonderfall. Du hast als Kunde zum Beispiel das Recht außerordentlich zu kündigen, sofern sich der Beitrag des Vertrags erhöht.
    Achtung:
    Dies gilt nicht für bedingungsgemäße Beitragsanpassung aufgrund der Änderung der Betriebsgröße und der daraus folgenden Beitragserhöhung. Nur wenn sich der Tarifbeitrag und die daraus befindliche Kalkulation ändert, können Sie außerordentlich kündigen. Unser Team hilft dir hier gern weiter wenn du Fragen hast.
    Ebenfalls hat der Kunde als auch Versicherer das Recht nach einem Schadenfall die Versicherung zu beenden. Bei einer Kündigung im Schadenfall muss der Versicherer natürlich den Schaden zahlen, sofern dieser Versichert ist. Allerdings kann im Nachgang der Regulierung von beiden Seiten gekündigt werden gekündigt werden.
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