Haftpflicht

Jedes Unternehmen muss nach §823 BGB Schadenersatz bei Schäden gegenüber Dritten leisten. Man spricht hierbei von der allgemeinen Haftpflicht oder Gewerbehaftpflichtversicherung, um dies von der privaten Haftpflichtversicherung abzugrenzen. Solche Schäden können schnell in die Millionen gehen und damit zur Insolvenz des Unternehmens führen. Die Haftpflicht ist also ein existenzielles Risiko. Dies sollte jeder Unternehmer absichern. Egal ob Existenzgründer oder Jahrzehnte altes Familienunternehmen.

Die Gewerbe-Haftpflichtversicherung sichert Personenschäden, Sachschäden und Vermögensschäden ab. Ebenso sind durch die Gewerbehaftpflichtversicherung nicht nur berechtigte Ansprüche abgedeckt, sondern die Haftpflichtversicherung ist auch dafür da die unberechtigten Schäden abzuwehren. Man spricht dabei auch vom passiven Rechtsschutz.

Die Leistungen unterscheiden sich stark. Nicht jedes Versicherungsunternehmen kann alle Betriebsarten optimal versichern. Außerdem benötigt ein Unternehmen je nach Betriebsart unterschiedliche Gewerbehaftpflichtversicherungen.

Die wichtigsten Bausteine in der Betriebshaftpflichtversicherung

Die folgenden Bausteine (Absicherung der Gefahren) gehören zu den absoluten „Basics“.
(Klicke diese an für mehr Informationen.) 

Von Personenschaden spricht man, wenn Menschen einen Schaden aufgrund von Verletzungen oder Gesundheitsbeschädigungen davontragen. Der Schutz betrifft hierbei unabhängige Dritte, also Personen außerhalb des Unter­nehmens, aber auch die eigenen Mitarbeiter. Auch Kosten die zur Wiederherstellung der Gesundheit notwendig sind, wie z.B. Arztkosten werden übernommen. Ebenfalls erstattet die Haftpflichtversicherung Kosten für Wiedergutmachung, z.B. Verdienstausfall oder Schmerzensgeld.

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Wenn keine Person, sondern eine Sache, ein Gegenstand oder ein dingliches Recht (z.B. Pachtrecht oder Wegerecht)  verletzt, beschädigt oder zerstört wird, spricht man von einem Sachschaden. Hintergrund ist ebenfalls die Schadensersatzpflicht nach § 823 BGB.

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Als Faustformel spricht man von einem „unechten“ Vermögensschaden, wenn dieser als Folge aus einem vorangegangenen Personen- oder Sachschaden entstanden ist. Beispiel: der Personenschaden, der später zum Verdienstausfall des Geschädigten führt.

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Dies sind Schäden, die grundsätzlich als Annex (Anhang/Ergänzung) zur Berufs- und Betriebs-Haftpflichtversicherung abgesichert werden können. Die Umweltbasis-Haftpflichtversicherung deckt jedoch keine Risiken und Schäden von Anlagen ab, die unter Ziff. 2.1 bis 2.6 des Umwelthaftpflicht-Modells fallen. Letztere können nur über eine eigenständige Umwelthaftpflicht-Versicherung abgesichert werden.

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Zusatzbausteine

Mietsachschäden entstehen an Gegenständen, die gemietet, gepachtet oder geliehen sind. Typische Beispiele sind Schäden an den Wänden, Türen oder Böden einer gemieteten Wohnung/Immobilie. Wenn sich nachweisen lässt, dass der Mieter für den Mietsachschaden verantwortlich ist, muss dieser dafür aufkommen.

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Für Hersteller und Händler, deren Erzeugnisse nicht die Endprodukte sind, sondern gewerblich/industriell weiterverarbeitet werden ergeben sich spezielle Haftungsrisiken, die in der „normalen“ Betriebshaftpflichtversicherung nicht versichert sind.
Die Herstellung eines von vornherein mangelhaften Produkts (aufgrund eines Mangels in den zugelieferten Teilen) stellt keinen Sachschaden sondern einen echten Vermögensschaden dar, der in der Betriebshaftpflichtversicherung nicht gedeckt ist. Nur die erweiterte Produkthaftung deckt solche Schäden ab.

Beispiel:
Ein Fleischerbetrieb verarbeitet Gewürze eines Lieferanten in seiner Salamiproduktion. Die Gewürze enthalten versehentlich Zucker statt Salz und die Salami ist ungenießbar. Die gesamte Produktion muss vernichtet werden.

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Wer in Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit auf eigene Luftbilder angewiesen ist und Drohnen einsetzt, kann Schäden, die durch die Drohnen verursacht werden, als Zusatzbaustein über einen in der Regel preisgünstigen Zusatzbeitrag in der Betriebshaftpflichtversicherung mitversichern.

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Optionale Bausteine

Häufig können optionale Bausteine in der Betriebshaftpflichtversicherung mitversichert werden, bei denen normalerweise separate Verträge notwendig sind. Solche pauschalen Ergänzungen sind gerade für kleine Betriebe sinnvoll, da man so unkompliziert den Versicherungsschutz erweitern kann.

Für den Inhaber des versicherten Unternehmens sowie für seine Familie kann eine Privathaftpflichtversicherung eingeschlossen werden.
Wer einem Anderen schuldhaft einen Schaden zufügt, ist gesetzlich verpflichtet, Ersatz zu leisten. Die Privathaft­pflicht­versicherung wehrt unberechtigte Forderungen gegen den Inhaber der Firma ab und kommt für berechtigte Forderungen auf, damit der Inhaber nicht mit seinem Privatvermögen haften muss.

Achtung: Hohe und/oder häufige Schadenfälle im privaten Bereich können dazu führen, dass die Betriebshaftpflichtversicherung vom Versicherer gekündigt wird.

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Dieser Zusatzbaustein schützt den Unternehmer als Privatperson in seiner Eigenschaft als Tierhalter vor Haftpflichtansprüchen. Hunde und/oder Pferde sind meist versicherbar.

Achtung: Hohe und/oder häufige Schadenfälle in der privaten Tierhalter-Haftpflichtversicherung können dazu führen, dass die Betriebshaftpflichtversicherung vom Versicherer gekündigt wird.

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Unter Cyberschutz versteht man Schäden in ursächlichem Zusammenhang mit digitalen Medien und Social Networking. Beispiele sind virenbefallene Dateien, Phishing, u.v.m. Als Zusatzbaustein in der Betriebshaftpflichtversicherung besteht in der Regel nur ein reduzierter Schutz im Vergleich zur eigenständigen Cyberschutzversicherung: es sind zwar Fremdschäden, nicht aber der Eigenschaden abdeckt.

Beispiel:
Der Schaden, den ein Mitarbeiter versehentlich durch einen Download einer virenbehafteten Datei anrichtet, ist im Netzwerk des Unternehmens nicht versichert. Die Wiederherstellung von beispielsweise Dateien muss vom Unternehmen selbst finanziert werden. Ein Schaden der durch eine virusverseuchte Mail, die an einen Kunden gesendet wurde, angerichtet wird ist bei dem Kunden (dem Dritten) jedoch versichert.

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Wer braucht welche Gewerbehaftpflichtversicherung?

Generell haften laut Gesetz (§823 BGB) alle Gewerbetreibende für Schäden die sie verursachen und das in unbegrenzter Höhe. Deswegen gehört eine Haftpflichtversicherung, wenn auch nicht vorgeschrieben, bei jedem Unternehmen zum Muss.

Es gibt auch bestimmte Branchen, wo die Haftpflichtversicherung vorgeschrieben ist. Insbesondere in den verkammerten Berufen bei Architekten, Steuerberatern, Versicherungsmaklern, Immobilienverwaltern oder bei Ärzten. Dies ist in den Berufsordnungen oder im Gewerberecht geregelt. Ohne diese Absicherung gibt es keine Zulassung.

Betriebshaftpflicht Vermögensschadenhaftpflicht Vermögensschadenhaftpflicht (inkl. Büro-/Berufshaftpflicht)
Personenschäden
Sachschäden
"unechte" Vermögensschäden (Vermögensfolgeschäden)
"echte" Vermögensschäden

Leistungen der Gewerbehaftpflichtversicherung (Die 3 Schadenformen)

In der gewerblichen Haftpflichtversicherung unterscheidet man drei verschiedene Schadenformen.

  1. Personenschäden
  2. Sachschäden
  3. Vermögensschäden
    1. „unechte“ Vermögensschäden (Vermögensfolgeschäden)
    2. „echte“ Vermögensschäden oder auch „reine“ Vermögensschäden

Personenschäden

Von Personenschaden spricht man, wenn Menschen einen Schaden aufgrund von Verletzungen oder generell Gesundheitsbeschädigungen davontragen. Diese werden von der Betriebshaftpflichtversicherung und der Berufshaft­pflichtversicherung entschädigt. Der Schutz betrifft hierbei unabhängige Dritte, also Personen außerhalb des Unter­nehmens, aber auch die eigenen Mitarbeiter. Auch Kosten die zur Wiederherstellung der Gesundheit notwendig sind, wie z.B. Arztkosten werden übernommen. Ebenfalls erstattet die Haftpflichtversicherung Kosten für Wiedergutmachung, z.B. Verdienstausfall oder Schmerzensgeld.

Sachschäden

Wenn Eigentum von fremden Dritten beschädigt wird, spricht man von einem Sachschaden. Die Betriebshaft­pflichtversicherung oder Berufshaft­pflichtversicherung kommen für die Erstattung von Kosten auf, die hier entstehen.

„unechte“ Vermögensschäden (Vermögensfolgeschäden)

Unechte Vermögensschäden sind gemeint, wenn als Folge eines Personenschaden oder Sachschadens ein Vermö­gensschaden entsteht. Hierbei muss aber zwingend ein Personen- oder Sachschaden vorangegangen sein. Wenn durch ein Personenschaden eine Person nicht arbeiten kann und damit ein finanzieller Schaden entsteht, so ist das ein Vermögensfolgeschaden.

„echte“ Vermögensschäden

Von echten oder reinen Vermögensschäden spricht man, sofern ein finanzieller Schaden verursacht wurde und vorab keinerlei Personen- oder Sachschaden vorausgegangen ist. Die ist häufig bei Freiberuflern der Fall, die planenden, prüfenden, begutachtenden, beratenden oder verwaltenden Tätigkeiten nachgehen, wie z.B. Steuerberater, Rechtsanwälte, Ingenieure, Architekten. Die Vermögensschadenhaftpflicht prüft und ersetzt die finanziellen Schäden von Anspruchstellern.

Beispiele an Schadenfällen: Was kann alles passieren?

Personenschaden

Auf einer Baustelle fällt schweres Werkzeug auf die Straße und verletzt einen unbeteiligten Passanten, der auf der Straße läuft. Der Mann erleidet Knochenbrüche und ist arbeitsunfähig. Er verlangt Schadenersatz und Schmer­zensgeld. Sie müssen zudem für die Behandlungs­kosten aufkommen. Ihre Betriebs­haftpflichtversicherung prüft den Anspruch und übernimmt die Kosten.

Sachschaden

Einer Ihrer Mitarbeiter beschädigt bei einem Kunden den teuren Sportwagen mit einem Werkzeug. Den Schaden in Höhe von knapp 10.000 EUR übernimmt nach Prüfung die Betriebshaftpflichtversicherung.

„unechter“ Vermögenssschaden / Vermögensfolgeschaden

Beim Anschließen eines EDV-Kabels schüttet der Auszu­bildende einer IT-Firma Kaffee über den Computer des Inhabers einer Steuerberatungskanzlei. Die Betriebshaft­pflichtversicherung der IT-Firma übernimmt nicht nur die Kosten für den Computer (Sachschaden), sondern auch die Folgekosten, die durch Datenrettung und Wiederherstellung entstehen, sowie die Ausfallzeiten des Steuerberaters.

„echter“ Vermögensschaden

Die Rechtsanwaltsgehilfin vergisst einen wichtigen Abgabetermin. Daraufhin kann der Kunde seine Schadenersatzansprüche nicht mehr durchsetzen und verliert den Rechtsstreit. Er hätte hier vermutlich bis zu 40.000 EUR erhalten. Die Vermögensschadenhaftpflicht des Anwalts übernimmt nach Prüfung den entstandenen Vermögensschaden.

Jede Branche, jeder Betrieb ist anders

Bis zu 1200 Betriebsarten mit bis zu 5000 Variationen hat Firmenversicherung.de in der Datenbank. Je nach Tätigkeit und Betriebsgröße ergeben sich ganz unterschiedliche Anforderungen an eine optimale Gewerbehaftpflichtversicherung. Wichtig ist, dass Sie den passenden Versicherungsschutz heraussuchen. Einfach Risiken können mithilfe unseres Vergleichsrechners berechnet werden.

Komplexe Risiken müssen individuell angefragt und berechnet werden. Unsere Firmenversicherung.de-Lotsen helfen Ihnen gern dabei und beraten natürlich zum passenden Versicherungsschutz.

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