Betriebshaftpflichtversicherung

Für jede Firma ist die Betriebshaftpflichtversicherung ein absolutes Muss. Sie sichert die Haftung (nach §823 BGB) ab, die durch Schäden gegenüber Dritten entstehen können. Diese wird auch Firmenhaftpflichtversicherung genannt. Sie ist eine der wichtigsten Absicherungen für Firmen. Es können immer Personenschäden,  Sachschäden oder daraus folgend auch Vermögensschäden (sog. „unechte Vermögensschäden oder Vermögensfolgeschäden) entstehen. Auch ist die Betriebshaftpflichtversicherung dafür da, unberechtigte Ansprüche abzuwehren. Man spricht auch daher von „passivem Rechtsschutz“.

Der Abschluss ist zwar nur für wenige Branchen Pflicht, wie z.B. Bewachungsunternehmen, aber trotzdem sollte jedes Unternehmen dieses große Risiko versichern. Firmeninhaber sind aber gut beraten genau auf die Details zu achten. Es bestehen erhebliche Unterschiede zwischen den Tarifen. Auch muss darauf geachtet werden, dass der Versicherungsschutz zum Betrieb passt. Die Firmenhaftpflichtversicherung ist eine Versicherung aus dem Bereich Gewerbehaftpflichtversicherung.

Betriebshaftpflichtversicherung Vergleichsrechner

Die wichtigsten Bausteine in der Betriebshaftpflichtversicherung

Die folgenden Bausteine (Absicherung der Gefahren) gehören zu den absoluten „Basics“.
(Klicke diese an für mehr Informationen.) 

Von Personenschaden spricht man, wenn Menschen einen Schaden aufgrund von Verletzungen oder Gesundheitsbeschädigungen davontragen. Der Schutz betrifft hierbei unabhängige Dritte, also Personen außerhalb des Unter­nehmens, aber auch die eigenen Mitarbeiter. Auch Kosten die zur Wiederherstellung der Gesundheit notwendig sind, wie z.B. Arztkosten werden übernommen. Ebenfalls erstattet die Haftpflichtversicherung Kosten für Wiedergutmachung, z.B. Verdienstausfall oder Schmerzensgeld.

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Wenn keine Person, sondern eine Sache, ein Gegenstand oder ein dingliches Recht (z.B. Pachtrecht oder Wegerecht)  verletzt, beschädigt oder zerstört wird, spricht man von einem Sachschaden. Hintergrund ist ebenfalls die Schadensersatzpflicht nach § 823 BGB.

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Als Faustformel spricht man von einem „unechten“ Vermögensschaden, wenn dieser als Folge aus einem vorangegangenen Personen- oder Sachschaden entstanden ist. Beispiel: der Personenschaden, der später zum Verdienstausfall des Geschädigten führt.

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Dies sind Schäden, die grundsätzlich als Annex (Anhang/Ergänzung) zur Berufs- und Betriebs-Haftpflichtversicherung abgesichert werden können. Die Umweltbasis-Haftpflichtversicherung deckt jedoch keine Risiken und Schäden von Anlagen ab, die unter Ziff. 2.1 bis 2.6 des Umwelthaftpflicht-Modells fallen. Letztere können nur über eine eigenständige Umwelthaftpflicht-Versicherung abgesichert werden.

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Zusatzbausteine

Mietsachschäden entstehen an Gegenständen, die gemietet, gepachtet oder geliehen sind. Typische Beispiele sind Schäden an den Wänden, Türen oder Böden einer gemieteten Wohnung/Immobilie. Wenn sich nachweisen lässt, dass der Mieter für den Mietsachschaden verantwortlich ist, muss dieser dafür aufkommen.

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Für Hersteller und Händler, deren Erzeugnisse nicht die Endprodukte sind, sondern gewerblich/industriell weiterverarbeitet werden ergeben sich spezielle Haftungsrisiken, die in der „normalen“ Betriebshaftpflichtversicherung nicht versichert sind.
Die Herstellung eines von vornherein mangelhaften Produkts (aufgrund eines Mangels in den zugelieferten Teilen) stellt keinen Sachschaden sondern einen echten Vermögensschaden dar, der in der Betriebshaftpflichtversicherung nicht gedeckt ist. Nur die erweiterte Produkthaftung deckt solche Schäden ab.

Beispiel:
Ein Fleischerbetrieb verarbeitet Gewürze eines Lieferanten in seiner Salamiproduktion. Die Gewürze enthalten versehentlich Zucker statt Salz und die Salami ist ungenießbar. Die gesamte Produktion muss vernichtet werden.

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Wer in Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit auf eigene Luftbilder angewiesen ist und Drohnen einsetzt, kann Schäden, die durch die Drohnen verursacht werden, als Zusatzbaustein über einen in der Regel preisgünstigen Zusatzbeitrag in der Betriebshaftpflichtversicherung mitversichern.

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Optionale Bausteine

Häufig können optionale Bausteine in der Betriebshaftpflichtversicherung mitversichert werden, bei denen normalerweise separate Verträge notwendig sind. Solche pauschalen Ergänzungen sind gerade für kleine Betriebe sinnvoll, da man so unkompliziert den Versicherungsschutz erweitern kann.

Wer einem anderen schuldhaft einen Schaden zufügt, ist gesetzlich verpflichtet, Ersatz zu leisten. Unbegrenzt und ein Leben lang. Die Haft­pflicht­versicherung schützt dich und alle mitversicherten Personen. Sie begleicht berechtigte Ansprüche und wehrt unberechtigte Forderungen ab.

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Dieser Zusatzbaustein schützt den Unternehmer als Privatperson in seiner Eigenschaft als Tierhalter vor Haftpflichtansprüchen. Hunde und/oder Pferde sind meist versicherbar.

Achtung: Hohe und/oder häufige Schadenfälle in der privaten Tierhalter-Haftpflichtversicherung können dazu führen, dass die Betriebshaftpflichtversicherung vom Versicherer gekündigt wird.

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Unter Cyberschutz versteht man Schäden in ursächlichem Zusammenhang mit digitalen Medien und Social Networking. Beispiele sind virenbefallene Dateien, Phishing, u.v.m. Als Zusatzbaustein in der Betriebshaftpflichtversicherung besteht in der Regel nur ein reduzierter Schutz im Vergleich zur eigenständigen Cyberschutzversicherung: es sind zwar Fremdschäden, nicht aber der Eigenschaden abdeckt.

Beispiel:
Der Schaden, den ein Mitarbeiter versehentlich durch einen Download einer virenbehafteten Datei anrichtet, ist im Netzwerk des Unternehmens nicht versichert. Die Wiederherstellung von beispielsweise Dateien muss vom Unternehmen selbst finanziert werden. Ein Schaden der durch eine virusverseuchte Mail, die an einen Kunden gesendet wurde, angerichtet wird ist bei dem Kunden (dem Dritten) jedoch versichert.

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Wer benötigt eine Betriebshaftpflichtversicherung?

Prinzipiell ist die Betriebshaftpflichtversicherung nur für wenige Unternehmen verpflichtend. Allerdings sollte aufgrund der unbegrenzten Haftung jede Firma, egal wie groß, die Betriebshaftpflicht versichern. Die Schadenersatzforderung können leicht in die Millionen gehen und damit die Existenz des Unternehmens gefährden.

  • Einzelunternehmen oder Kapitalgesellschaft
  • Existenzgründer oder jahrzehntealtes Familienunternehmen
  • Selbständige
  • Freiberufler
  • Vereine

Alle benötigen eine ordentliche Firmenhaftpflichtversicherung, um vor Schadenansprüchen Dritter abgesichert zu sein. Sie ist ein wichtiger Baustein im Risikomanagement. Der Unternehmer haftet dabei nicht nur für eigene Schäden, sondern auch die Schäden von Mitarbeitern.

Was leistet eine Betriebshaftpflicht?

Die Haftpflichtversicherung eines Betriebs hat verschiedene Leistungsinhalte:

  • Prüfung der Ansprüche
  • Abwehr unberechtigter Ansprüche
  • Zahlung von Schadenersatz

Eine Betriebshaftpflichtversicherung ist nicht einfach nur da um Schäden zu bezahlen. Die Leistung des Versicherers beinhaltet zunächst erst einmal die Prüfung des angegebenen Schadens (Schadenbegutachtung) und gegebenenfalls auch die Abwehr von unberechtigten Ansprüchen. Schließlich ist nicht jeder Anspruch eines Anspruchstellers auch bedingungslos folge zu leisten. Es kann ja sein, dass der Schaden hier nicht vom Unternehmen verursacht worden ist, sondern von anderen Unbeteiligten oder vom Anspruchsteller selbst. Ebenfalls kann es zu einer Mitschuld und damit zu einer Verringerung des Schadenersatzanspruches kommen. Man spricht deswegen auch von einem „passiven Rechtsschutz„, da die Versicherung auch rechtliche Mittel verfolgt, um die unberechtigten Ansprüche abzuwehren.

Was ist in der Betriebshaftpflicht versichert?

  • Personenschäden
  • Sachschäden
  • Vermögensfolgeschäden („unechte“ Vermögensschäden)
  • Umweltschäden (Basis)

Die Personenschäden umfassen alle Schäden die an Menschen, wie zum Beispiel Gesundheitsschäden und deren Behandlungskosten. Auch Schmerzensgeld gehört hier in diese Kategorie. Ein Sachschaden entsteht, wenn Dinge beschädigt werden und ersetzt werden müssen. Bei einem Vermögens(folge)schaden entsteht ein finanzieller Schaden aufgrund eines Sach- oder Personenschadens. Kann die Person beispielsweise durch einen Personenschaden nicht mehr Arbeiten entsteht ein Arbeitsausfall. Dies muss entschädigt werden. Man spricht auch von einem „unechten“ Vermögensschaden.

Wer ist in der Firmenhaftpflichtversicherung eingeschlossen?

Die Firmenhaftpflicht schließt sämtliche Mitarbeiter des Betriebs ein:

  • Mitarbeiter (Vollzeit / Teilzeit)
  • Aushilfen
  • 450-EUR-Kräfte
  • Praktikanten
  • Reinigungskräfte
  • Subunternehmer

Generell ist der Inhaber und alle Mitarbeiter mit der Betriebshaftpflicht geschützt. Wichtig ist hierbei, dass die Mitarbeiter zur Erfüllung Ihrer Tätigkeit oder Nebentätigkeit dienen. Hierzu gehört zum Beispiel auch die Reinigungskraft, die das Büro reinigt. Auch Subunternehmer fallen unter diese Regelung. Allerdings kann der Versicherer diese nach Regulierung in Regress nehmen. Von daher empfiehlt es sich darauf zu achten, dass Subunternehmer ebenfalls über einen ausreichenden Schutz bei der Betriebshaftpflichtversicherung verfügen.

Welche Bausteine / Leistungen können optional versichert werden?

Jede Firma hat ganz unterschiedliche Risiken abzusichern. Von daher gibt es neben den üblichen Leistungsinhalten auch Erweiterungen. Diese können manchmal zusätzlich versichert werden oder sind bereits in den Leistungen enthalten. Auch bieten manche Versicherungstarife diese Leistungen nicht an. Insofern muss man vor Abschluss genau prüfen, welche Erweiterungen die eigene Firmenhaftpflichtversicherung benötigt.

  • erweiterte Produkthaftpflichtversicherung
  • Umwelthaftpflichtversicherung / Umweltschadenversicherung
  • Versicherung von Flugdrohnen
  • Bauherrenhaftpflicht
  • Diskriminierungshaftpflicht (bei Verstoß gegen das AGG)
  • Auslandsdeckung
  • Cyber Versicherung Baustein (Empfehlung: besser einzeln absichern!)

Ebenso sind die privaten Bausteine zu berücksichtigen:

  • Private Haftpflichtversicherung
  • Tierhalterhaftpflichtversicherung

TIPP:
Wir empfehlen generell die Trennung von beruflichen und privaten Versicherungen. Auch wenn Sie bei vielen Vergleichsportalen die Ergänzung finden, ergeben sich aus der Vermischung einige Nachteile:

  1. private Schäden (z.b. von Kindern) können auch bei Kleinstschäden Ihren beruflichen Haftpflichtschutz gefährden
  2. klare steuerliche Trennung
  3. oft nur Basisabsicherung bei Ergänzung vorhanden
  4. Einsicht privater Angelegenheiten getrennt von Firmenunterlagen

Da wir kein anonymes Vergleichsportal sind, sondern immer den Unternehmer in einer 360° Beratung persönlich beraten, gehören private Risiken ebenfalls dazu.

Welche verwandten Themen gibt es bei der Betriebshaftpflicht?

Wir empfehlen neben der Betriebshaftpflicht auf jeden Fall auch eine Cyber Versicherung. Da diese neben den Haftungsrisiken, aber auch Sachrisiken und Vertrauensschäden (Internet- und Wirtschaftskriminalität) abdeckt empfehlen wir diese unbedingt separat abzuschließen. So bleiben Sie flexibel und können zudem besser zu einem Spezialversicherer. Meist ist der optimale Anbieter einer Betriebshaftpflicht nicht der optimale Partner für Cyber-Versicherungsschutz.

Besonderheit Vermögensschadenhaftpflicht: Ergänzung „Bürohaftpflicht“

Bei der Vermögensschadenhaftpflichtversicherung handelt es sich gerade bei Freiberuflern, wie z.B. Steuerberatern, Unternehmensberatern, Dolmetschern oder anderen ähnlichen beratenden Berufen um das höhere Risiko. Meist kann bei einem Anbieter der Vermögensschadenhaftpficht auch eine „Bürohaftpflicht“ mit eingeschlossen werden. Die Bürohaftpflicht bezeichnet hierbei die Betriebshaftpflichtversicherung für Bürobetriebe.

Welche Schäden sind versichert?

Hier erhalten Sie einen Überblick über die gängigen Schäden, die mit der Betriebshaftpflichtversicherung versichert sind.

Personenschaden

Dritte Person wird verletzt

Ein Fassadenreiniger verliert in einem unachtsamen Moment den Eimer und dieser stürzt auf eine fremde Person auf dem Gehsteig. Dieser wird schwer verletzt am Rücken und Schulter und muss operiert werden. Die Betriebshaft­pflichtversicherung des Fassadenreinigungsunternehmens übernimmt die Kosten für Behandlung, Schmerzensgeld und Verdienstausfall. Schadenhöhe: ca. 12.000 EUR.

Sachschaden

Eigentum von Kunden wird zerstört

Beim Auftrag eines Kunden zur Erneuerung im Bad zerstört der Monteur eines SHK-Betriebs beim Hereintragen das Aquarium eines Kunden. Durch das austretende Wasser wird der Parkettfussboden beim Kunden beschädigt. Dieser muss ausgetauscht werden.  Das Aquarium samt Inhalt, sowie der Wasserschaden bedeuten eine Schadenhöhe von 13.400 EUR. Dieser wird durch die Betriebshaftpflichtversicherung des SHK-Betriebs reguliert.

Vermögensfolgeschaden

Personen- oder Sachschaden führt zu finanziellen Folgeschäden

Der Mitarbeiter einer Reinigungsfirma zerstört durch Unachtsamkeit die Vorbereitung eines Messestandes eines Hotels. Das Hotel kann in Folge dessen nicht an der Messe teilnehmen, da so schnell kein Ersatz möglich ist. Die Reinigungsfirma muss für die finanziellen Folgen dieses Sachschadens haften. Schadenhöhe: ca. 46.000 EUR. Die Betriebshaftpflichtversicherung der Reinigungsfirma übernimmt die Kosten.

Umweltschaden

Die Umwelt wird geschädigt

Bei Aufräumarbeiten in einem Außenlager stößt ein Mitarbeiter eines Verpackungsherstellers einen Eimer mit lösungsmittelhaltiger Farbe um. Dieses Lösungsmittel fliesst ins Grundwasser. Lebewesen und Vegetation nehmen erheblichen Schaden. Der Unternehmer muss für die Rekultivierung Kosten übernehmen. Die Betriebshaft­pflichtversicherung übernimmt die Schäden in Höhe von 155.000 EUR.

Welche Schäden sind in der Betriebshaftpflichtversicherung nicht versichert?

„echte“ Vermögensschäden
bei denen kein Personen- oder Sachschaden vorausgegangen ist sind nicht in der Betriebshaftpflicht mit versichert. Hierfür wird eine separate Vermögensschadenhaftpflichtversicherung benötigt.

Schäden am eigenen Geschäftsinhalt
sind nicht versichert. Hierbei geht es um jegliche Geschäftsausstattung wie Mobiliar, Elektronik, Werkzeug oder auch Waren und Vorräte. Diese müssen extra abgesichert werden in einer Inhaltsversicherung.

private Haftpflicht
ist nur mitversichert wenn explizit ein Baustein in der Betriebshaftpflichtversicherung enthalten ist. Wie beschrieben empfehlen wir generell die Trennung von privaten und beruflichen Risiken. 

Wo ist Versicherungsschutz gewährleistet?

Der Versicherungsschutz in der Betriebshaftpflichtversicherung gilt generell für alle Tätigkeiten:

  • auf dem eigenen Betriebsgrundstück
  • in der Betriebsstätte
  • im öffentlichen Bereich (z.B. auf dem Weg zum Kunden)
  • auf fremden Grundstücken (z.B. bei einem Kunden oder auf der Baustelle)

Auch ist es ggf. wichtig Mitarbeiter auf fremden Grundstücken zu benennen, da das Risiko hier größer ist, als ein Schaden in der eigenen Betriebsstätte. Ein Friseur, der ausschließlich in einem Salon arbeitet hat ein geringeres Risiko als ein Friseur, der mobil ist und die Dienstleistung bei seinem Kunden erbringt. Er kann hier schlichtweg mehr „kaputtmachen“.

Auslandsrisiken beachten:

  • innerhalb von Deutschland (Inland)
  • innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR)
  • außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes (z.B. Asien, USA/Kanada)

Generell ist hierbei der Geltungsbereich zu prüfen: Leistet der Betriebshaftpflichttarif auch bei Schäden im außereuropäischen Ausland? Wie sieht es aus mit dem Export oder Import von Waren? Gegebenenfalls wird hier eine erweiterte Produkthaftpflichtversicherung benötigt. Auch bestehen meist Einschränkungen für manche Länder. Beispielsweise wird häufig USA/Kanada ausgeschlossen, da hier sehr hohe Schadenersatzforderungen üblich sind.

Was ist wichtig bei einer Betriebshaftpflichtversicherung?

Achte auf die korrekte Tätigkeitsbeschreibung
Achte bei der Tätigkeitsbeschreibung auf die korrekte Angabe aller Tätigkeiten deines Unternehmens. Eine falsche oder fehlende Angabe kann deinen Versicherungsschutz gefährden. Such im Vergleich immer mit der Haupttätigkeit und gib bei Antragstellung unbedingt weitere Tätigkeiten korrekt an. Nur so kann geprüft werden, ob ggf. eine abweichende Risikoeinschätzung notwendig ist.

Wähle ausreichend hohe Deckungssummen
Wähle unbedingt eine ausreichend hohe Deckungssumme. Wir empfehlen eine Mindest-Deckungssumme von 3 Millionen Euro für Personen- und Sachschäden zu wählen. Besser 5 Millionen Euro. Kleinere Deckungssummen werden zwar aus preislichen Gründen noch angeboten, aber wir empfehlen diese nicht, da die Schadenhöhe dies auch leicht übersteigen kann. Eine höhere Versicherungssumme kostet kaum mehr, bietet dafür aber ausreichenden Schutz.

Sublimits beachten
Beachte in den Leistungen unbedingt die sogenannten Sublimits. Dies sind Einschränkungen im Versicherungsumfang für bestimmte Leistungen. So können beispielsweise Einschränkungen für bestimmte Leistungsmerkmale bestehen, die nur eine geringere Höhe leisten und nicht bis zur vollen Deckungssumme. Damit hast du in manchen Bereichen keinen ausreichenden Versicherungsschutz.

Leistungen im Detail berücksichtigen
Bitte beachte die Leistungen im Detail. Du kannst vom Profi einen Deckungsvergleich erhalten, der meist ausführlicher ist, als ihn übliche Vergleichsportale bieten. Wir bieten dir zudem persönliche Beratung und einen 360° Blick auf dein Unternehmen.

Betriebsartenspezifische Leistungsmerkmale
Nicht jedes Merkmal ist für deine Betriebsart wichtig. Aber bei manchen Tätigkeiten sind spezielle Leistungseinschlüsse unabdingbar. Kein Friseur braucht die Mitversicherung von Asbestschäden. Bei einem Bauhandwerker sollte dies aber zum Standard gehören. Ebenso wie Nachbesserungsbegleitschäden und Mangelfolgekosten. Genauere Informationen finden Sie unter „Deine Tätigkeiten“ Hier findest du die Leistungsmerkmale, die für deine Firma am wichtigsten sind.

Laufzeit
Bitte achte auf die Laufzeit in den Verträgen. Vielfach werden Rabatte Angeboten bei mehrjährigen Verträgen. Gleichzeitig bist du dadurch allerdings auch weniger flexibel.

Wie viel kostet eine Betriebshaftpflichtversicherung? 

Eine Betriebshaftpflichtversicherung ist bereits unter 100 EUR pro Jahr möglich, zumindest für kleinere Risiken. Nach oben hin sind jedoch kaum Grenzen gesetzt. Dies ist von mehreren Faktoren abhängig. Generell gilt: Je höher das Risiko, desto höher der Beitrag.

Wovon ist der Beitrag abhängig?

  • Betriebsart (Tätigkeitsbeschreibung)
  • erweiterte Tätigkeiten (z.B. Hausmeister macht noch Winterdienste)
  • Versicherungssummen (Deckungssumme)
  • Selbstbeteiligung
  • Unternehmensgröße:
    Hier bestimmen die Faktoren Umsatz, Mitarbeiteranzahl und Lohnsumme den Beitrag.
  • Leistungsumfang, ggf. Zusatzbausteine
  • Rabatte (Mitglied in einer Vereinigung, Meister)
  • Laufzeit

Beitrag wird laufend an Unternehmen angepasst

Die Berechnung der Beitragssumme beruht auf den Faktoren der Unternehmensgröße. Da diese sich laufend verändern kann, erfolgt eine jährliche Anpassung. Du erhältst einmal im Jahr den sogenannten Jahresmeldebogen und kannst hier die aktuellen Zahlen an den Versicherer melden. Der Beitrag wird dann auf die neuen Summen angepasst. Ein Wachstum im Unternehmen ist also kein Problem und durch den Tarif mit abgedeckt.

Häufige Fragen zur Betriebshaftpflichtversicherung

  • Wie ist die Zahlweise einer Betriebshaftpflicht? (jährlich oder monatlich)
    Die Zahlweise wird, wie in der Sachversicherung üblich, jährlich kalkuliert. Von daher empfehlen wir auch immer den Vergleich mit jährlicher Zahlungsweise vorzunehmen. Es sind aber auch abweichende Zahlweisen möglich. Bitte beachte, dass bei abweichender Zahlweise Zuschläge fällig sind. Auch bietet nicht jeder Versicherer unterjährige Zahlweise an. Von daher würdest du mit einer Vorauswahl auch die Tarife einschränken. Wichtig ist auch, dass manche Versicherer eine Mindestzahlung beinhalten. Beispiel: Der Versicherer benötigt mindestens 25 EUR pro Buchung, dann ist bei einem Beitrag von 90 EUR keine monatliche und vierteljährliche Zahlung möglich.
    Üblich sind folgende Zahlungsweisen:

    • jährlich
    • halbjährlich (3-5% Zuschlag)
    • vierteljährlich (5-8% Zuschlag)
    • monatlich (5-15% Zuschlag)
  • Welche Laufzeit soll ich wählen?
    Die übliche Laufzeit beträgt ein Jahr. Manchmal kann aber auch ein 3-Jahresvertrag gewählt werden. Bei längerer Laufzeit sind manchmal Rabatte von 5-10% enthalten. Allerdings bindest du dich dann auch an einen Anbieter und bist weniger flexibel. Manchmal ist auch ein unterschiedlicher Ablauf möglich.
    Wir empfehlen daher in der Regel lieber die Laufzeit von 1 Jahr zu wählen.
  • Was ist eine abweichende Hauptfälligkeit?
    Bei der Laufzeit kannst du auch eine abweichende Hauptfälligkeit wählen.Du beginnst beispielsweise den Vertrag zum 15.10. eines Jahres. Die Hauptfälligkeit soll aber zum 01.01. sein. Dann beginnt der Vertrag zwar bereits zum 15.10., aber wird erst ab 01.01. für ein Jahr voll gezählt. Das Kündigungsdatum beträgt dann 31.12. des Folgejahres.
    Der Beginn wäre in diesem Fall der 15.10. und der Ablauf der 31.12. des Folgejahres.
  • Wo steht der Beginn und der Ablauf des Vertrags? 
    Den Beginn und den Ablauf eines Vertrages kannst du aus dem Versicherungsschein entnehmen. Hier ist diese meist auf der ersten Seite präsent.
  • Wann kann ich kündigen?
    Du kannst eine Betriebshaftpflicht immer zum Ende des Ablaufs kündigen. Hierbei ist eine Frist von 3 Monaten zu beachten.
  • Wie ist die Kündigungsfrist? 
    Die Kündigungsfrist beträgt wie üblich 3 Monate zum Ablauf des Vertrages. Wenn der Vertrag zum 31.12. eines Jahres abläuft, musst du die Kündigung bis zum 30.09. schriftlich an den Versicherer senden. Hierbei handelt es sich um eine ordentliche Kündigung. Dies ist der „Normalfall“.
  • Was ist eine außerordentliche Kündigung?
    Bei einer außerordentlichen Kündigung handelt es sich um einen Sonderfall. Du hast als Kunde zum Beispiel das Recht außerordentlich zu kündigen, sofern sich der Beitrag des Vertrags erhöht.
    Achtung:
    Dies gilt nicht für bedingungsgemäße Beitragsanpassung aufgrund der Änderung der Betriebsgröße und der daraus folgenden Beitragserhöhung. Nur wenn sich der Tarifbeitrag und die daraus befindliche Kalkulation ändert, kannst du außerordentlich kündigen. Unser Team hilft dir hier gern weiter wenn du Fragen hast.
    Ebenfalls hat der Kunde als auch Versicherer das Recht nach einem Schadenfall die Versicherung zu beenden. Bei einer Kündigung im Schadenfall muss der Versicherer natürlich den Schaden zahlen, sofern dieser Versichert ist. Allerdings kann im Nachgang der Regulierung von beiden Seiten gekündigt werden gekündigt werden.
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